
Trotz schlechten Wetters und heftigen Schneetreibens
fanden sich 6 Mitglieder des militärhistorischen Arbeitskreises der
RK Ratingen am 4. Februar 2001 zu einer Fahrt zum
Luftfahrtmuseum Laatzen zusammen. Sie wurden für die
Strapazen der Autofahrt auf den verschneiten Strassen und
Autobahnen mit einem Erlebnis der besonderen Art
belohnt.
Unter fachkundiger Leitung von R. Göhlert, dem Leiter der Arbeitsgruppe, bekam jeder der Teilnehmer einen guten Eindruck von Geschichte und technischer Entwicklung der Luftfahrt. Auf 3.500 qm Ausstellungsfläche in zwei Hallen bieten sich dem Besucher fast 4000 Exponate, darunter 30 Flugzeuge -Originale und originalgetreue Nachbauten, 400 Flugzeugmodelle, über 20 Kolbenmotoren und Strahltriebwerke, Fliegerbekleidung, Luftschrauben, Gerätebretter und dazwischen Dokumente, Bücher usw., die den jeweiligen Zeitgeist vermitteln. Wandmalereien, Schrifttafeln, liebevoll gestaltete Dioramen und Schaukästen sowie vor allem die chronologische Anordnung vermittelten den Besuchern technische Entwicklung sowie historische Zusammenhänge und Abläufe.
Die Ausstellung umfasst den Zeitraum von 1783, dem Aufstieg des ersten Heißluftballons, bis ca. 1970. Gezeigt wird in einer einzigartigen Darstellung die technische Entwicklung des Flugzeuges in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Hat das Flugzeug auf der einen Seite dem Menschen eine neue Beweglichkeit verschafft, die Völker und Kontinente enger miteinander verband, so wurde es auf der anderen Seite in den beiden Weltkriegen zu einem Mittel der Zerstörung bis dahin unbekannten Ausmaßes. Aber beide Verwendungen führten zu ungeahnten technischen Entwicklungsschüben.
Die Jahre des 1. Weltkrieges bringen die militärische Nutzung des Flugzeuges. Nachbauten legendärer Jagdflugzeuge wie die deutschen Fokker E III und Dr I, die Flugzeuge von Immelmann, Boelcke und des "Roten Baron", Manfred Freiherr v. Richthofen, die französische Nieuport 17 und die englische Sopwith F.1 "Camel" als Kontrahenten in den Luftkämpfen zeugen von der jetzt raschen technischen Entwicklung.
An die Jahre des 2. Weltkrieges, die furchtbaren Zerstörungen und Hunderttausenden von Opfern des Bombenkrieges erinnern die ausgestellten Bilder der zerstörten Städte Coventry, Hannover und Dresden. Viele Einzelschicksale von Flugzeugführern und Besatzungen, dargestellt in Bildern und Dokumenten, zeugen von der Tragik des Luftkrieges. Dem Andenken der toten Flieger aller Nationen ist ein Gedenkstein gewidmet.
Die Flugzeugtechnik jener Zeit wird durch die englische Spitfire MkXIV, die einzige in einem deutschen Museum, und die deutsche Messerschmitt Bf 109 G-2 demonstriert. Heute stehen die einstigen Gegner vom ersten bis zum letzten Kriegstag friedlich nebeneinander. Zur Technik zählt natürlich auch die legendäre "Tante Ju", die Junkers Ju 52.
Der militärische Flugzeugbau, für den die Forderung nach immer höheren Fluggeschwindigkeiten maßgebend war, setzte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit auf das stärkere Strahltriebwerk. Die Darstellung der Entwicklung der Me 262 und das ausgestellte russische Jagdflugzeug MiG-15 mit einer Geschwindigkeit von 1044 km/h, Erstflug 1947, sind Beweis dafür.
Die Ära der Überschallflugzeuge wird durch eine Lockheed F-104 G “Starfighter” und eine MIG 21 F13 - beides Flugzeuge der ersten Generation - dokumentiert. Der “Starfighter” flog erstmals im Jahre 1954. In Deutschland bei der Luftwaffe und den Marinefliegern eingesetzt, erlangte er leider durch eine Vielzahl von Abstürzen eine traurige Berühmtheit. Geschwindigkeiten von mehr als 2.000 km/h bedeuteten eine neue Dimension.
An die Entwicklung des Hubschraubers wird durch die Ausstellung einer "Alouette-11" erinnert. Hier durfte der jüngste Teilnehmer, Dennis (7) Platz nehmen und davon träumen, wie er vielleicht später einmal selbst ein Flugzeug oder einen Hubschrauber steuern wird.
Luftfahrt-Museum Hannover-Laatzen
Ulmer Straße 2, D-30880 Laatzen
Telefon (05 11) 8 79 17 91-92, Fax (05 11) 8 79 17 93

