Stabchef bei der NORTHAG der NATO

Generalmajor a.D. Hans Hoster über seine Erfahrungen als Chef des Stabes und dienstältester deutscher Offizier bei der
Northern Army Group von 1985 bis 1988
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Hoster

Von links nach rechts:
Ralph W. Göhlert (DWT), Robert Neber (VdR Bw), Generalmajor a.D. Hans Hoster, Klaus-Peter Schmiel  (DWT); Foto: 7. PzDiv, G1/Film-Bild-Ton

Auf Initiative der Kreisgruppe Krefeld/ Mönchengladbach im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), Sektion Düsseldorf-Münster, am 8. Mai 2001 in der Reitzensteinkaserne in Düsseldorf unter Leitung von Klaus-Peter Schmiel einen Vortragsabend zur (ehemaligen) Northern Army Group.

Der "letzte" Behelfshaber (im Range eines kommandierenden Generals) der NORTHAG (Heeresgruppe Nord) war bis zu dessen Auflösung Generalmajor Hans Hoster,  der persönlich zu diesem Thema referierte. Generalmajor a.D. Hoster, zwischenzeitlich im Ruhestand und in mehreren Mönchengladbacher Gremien und Vereinen ehrenamtlich wirkend, stellte die "Militär-Geschichte" des TKN in einem lebhaften Vortrag den Zuhörern verständlich und mitreissend dar. Dabei verstand er es, die damalige Aufgabenstellung der "Vorneverteidigung" im Verteidigungsbündnis und das Zusammenwirken mit anderen Stäben / Corps zu erläutern, z.B. mit der NORTHAG, der 2. Taktischen Luftflotte. Im Joint Headquarter (dem gemeinsamen Hauptquartier) in Mönchengladbach, neben dem Ortsteil "Rheindahlen", einer militärisch verwendeten Kleinstadt, die Anfang der 50er Jahre komplett neu errichtet worden war, waren nach dem damaligen Schema neben der Northern Army Group auch die Second Allied Tactical Air Force (2. ATAF), die British Army Of Rhine (BAOR) und die Royal Air Force Germany (RAF Germany) untergebracht.

Nach interessanten Details zum damaligen General Defense Plan schilderte Herr Hoster auch die Umstände des Attentates durch die Auto-Bombe der “IRA”, die am 23.03.1987 gegen 22:30 Uhr im JHQ in Mönchengladbach-Rheindahlen detonierte und bei der 42 Personen verletzt wurden. Am schwersten verletzt wurde Herr Hoster selbst, die Gebäude, Fahrzeuge, Bäume und Straßen waren durch die auf 500 bis 700 kg geschätzte Bombe beschädigt z.T.  zerstört. Interessant ist, daß der Uniformrock und das blutverschmierte Hemd von Herrn Hoster dem Haus der  Geschichte in Bonn (Adenauerallee 250, 53113 Bonn)  für die Ausstellung des Geschichtsbereichs "Terrorismus in Deutschland" zur Verfügung gestellt wurden und dort besichtigt werden können.

Der Sektionsleiter Klaus-Peter Schmiel dankte dem Referenten für einen interessanten wie spannenden Vortrag zur jüngsten NATO- und Bundeswehrgeschichte.  Danach gab er seinen Rücktritt als Sektionsleiter der DWT aus gesundheitlichen Gründen bekannt. Als Nachfolger für die Sektionsleitung der DWT wurde der Militärhistoriker Diplom-Ökonom Ralph W. Göhlert vorgestellt, der schon seit Jahren im VdRBw interessante Vorträge und Exkursionen über die Reservistenkameradschaft (RK) Ratingen anbietet.

Robert Neber, Pressebauftragter der DWT Sektion Düsseldorf-Münster