Heeresküstenbatterie Pointe-du-Hoc


Pointe-du-Hoc

 

Geschütze: 6 französische , Modell 1916 Kal. 15,5cm
Wirksamste Reichweite etwa 15 km, Schussfolge 40 Sekunden
Geschütze sind nicht verschartet


Zur Zeit der alliierten Invasion arbeitete die Organisation Todt an der Verschartung dieser östlich der Vire-Mündung auf einem Felsvorsprung liegenden HKB. Die Kanonen standen zum Seezielschiessen behelfsmässig auf einem Betonsockel. Die Batterie war durch ihre Lage eine der gefährlichsten Verteidigungsstellungen an der Invasionsküste. Der Bunker mit dem Leitstand liegt auf der äussersten Felsspitze, die Mannschaftsbunker und andere Einrichtungen sind durch tiefe Laufgänge miteinander verbunden. Beiderseits der Felsspitze war je eine 2cm Flak untergebracht, zur Meeresseite hin bildeten die hohen Felsen ein natürliches Hindernis. Den oberen Rand der Steilküste sicherten MG-Stände und zu Minen umfunktionierte alte Grosskalibergeschosse. Von der Landseite her bilden Minenfelder, Stacheldrahtsperren und verbunkerte MG-Stellungen die Nahverteidigung der HKB. Von den 150 Mann Besatzung waren ungefähr die Hälfte Hilfswillige aus Ostbataillonen. Im Bericht der Resistance waren als Besatzung 125 SS-Männer und 85 Kanoniere angegeben.

Frühmorgens am 6.6.44 eröffnen aus etwa 10 sm Entfernung die US Schlachtschiffe Texas und Arkansas sowie einige Zerstörer das Feuer auf Pointe-du-Hoc. Rund 600 schwere Granaten schlagen auf die bereits im April von Geschützen geräumte Scheinanlage. Nach dem Beschuss greifen 18 Marauder Bomber die Scheinanlage im Tiefflug an. Zwei Geschützbunker bekommen Nahtreffer, der dritte wird durch einen Volltreffer total zerstört und der Leitstand am Rand der Felsspitze teilweise beschädigt sowie einige Unterstände beschädigt.

Speziell dafür ausgebildete Sturmtrupps von 200 Mann, drei Kompanien des 2. Ranger Bataillons unter Lt.Col. Rudder sollen mit Raketenleitern und vielseitigen Spezialgeräten die Steilküste erklettern und die HKB Point-du-Hoc einnehmen. Nach verlustreicher Landung am Strand unterhalb der Steilküste setzten die Rangers zum Sturm an. Vom oberen Felsrand schlägt ihnen ein heftiges Infanteriefeuer entgegen. Erst nach massiertem Beschuss durch Schiffsartillerie gelang es 165 Rangers unter blutigen Verlusten, das Plateau zu erstürmen. Als sie endlich die Geschützbunker eroberten, stellten sie zu ihrer Verblüffung fest, dass sie leer waren.

Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK-Ratingen

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