

Amerikanisches Ehrenmal Utah Beach
Das deutsche Widerstandsnest WN5 liegt an einer Öffnung zwischen den Dünen. Auf der linken Seite des Durchgangs wurde auf einem deutschen Bunker von WN5 ein Denkmal zur Erinnerung an die 1. US Pionierbrigade, die an dieser Stelle am 6.6.44 um 06:30 Uhr gelandet war, errichtet. Hinter diesem Denkmal befindet sich ein deutsches auf das Meer gerichtetes Geschütz in einer Schanze. Das Innere des Bunkers unter dem Denkmal ist zu einer Erinnerungskrypta hergerichtet worden. Auf der anderen Seite des Durchgangs, in einem benachbarten Bunker von WN5 ist das Utah Beach Museum eingerichtet.
Leutnant Arthur Jahnke, ein Zugführer aus der 3. Kompanie des 919. InfReg, hatte Befehl, diesen Stützpunkt zu verteidigen: 400m lang, 300m tief. Der Strand war bei Ebbe 800m breit, bei Flut erreichte das Wasser den Drahtverhau. Hindernisse im Wasser: Tschechenigel und Rammböcke. Bewaffnung: Beute-MG in Panzerkuppel, 8cm Werfer in betonierter Stellung, 2 schwere MG, 3 Festungsflammenwerfer, 2x5cm KWK, 7,5cm Feldkanone, 7,5cm PaK, 8,8cm FlaK, mehrere Goliaths.
Am 6.6.44 um 04:00 Uhr waren die meisten Stellungen und Geschütze bereits durch Fliegerbomben und Raketen zerstört worden. Nach 04:15 Uhr folgte das Bombardement der Schiffsartillerie und zerstörte als letztes die 8,8cm.
Um 6:30 Uhr stürmten die ersten Wellen der amerikanischen Landungsstreitkräfte an Land. Auf WN5 hatte man nur noch MGs und Gratwerfer einsatzbereit – die 8,8cm gibt lediglich noch einen Schuss ab. Bei der zweiten Landungswelle stehen nur noch die ferngelenkten Goliaths mit ihren 92kg Sprengstoff zur Verfügung, von denen jedoch durch Störungen keiner mehr das Ziel erreicht.
Auf dem Utah Landungsabschnitt im Westen griff das VII. US Korps der 1. US Armee an, wobei die Landungstruppen nur auf geringe deutsche Gegenwehr trafen, und die Landung gelang ohne größere Verluste. Mit Schwimmpanzern und Planierraupen drangen die Infanteriekontingente ohne Probleme über die flache Dünenlandschaft ins Hinterland vor – von Carentan nach Lessay. Ausgeladen wurde bei Niedrigwasser, da ein breiter Strand benötigt wurde und natürlich wegen der Strandhindernisse.
Auf Utah Beach landeten bis November 1944 826.000 Soldaten aus 40 Divisionen, 220.000 Fahrzeuge und 700.000 t Versorgungsgüter.
Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK Ratingen

