
“... bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen ...”
Der Militärhistorische Arbeitskreis der RK Ratingen
führte kürzlich eine Veranstaltung zum Thema “Schlacht im
Hürtgenwald 1944” durch, im Nachgang dazu unternahm eine Gruppe des
Arbeitskreises unter der Leitung von Ralph Göhlert jetzt eine
Exkursion an den Schauplatz der Schlacht zwischen dem Hohen Venn
bis zur Rur.
Die Schlacht im Hürtgenwald dauerte fast ein halbes Jahr, von September 1944 bis Ende Februar 1945 und kostete etwa 12.000 deutsche und 55.000 amerikanische Soldaten das Leben. Die Exkursion führte zu diversen militärgeschichtlich bedeutungsvollen Stationen, bei denen Halt gemacht wurde und eine Einweisung in die Lage von 1944 stattfand.
Die Gedenkkapelle in Kleinhau für die Opfer der Schlacht im Hürtgenwald und der Ehrenfriedhof Hürtgen (beigesetzt 2.998 deutsche Soldatengräber) wurden ebenso besichtigt wie das ehemalige Minenfeld „Wilde Sau”, die Kirche Vossenack mit Widmung der 116. PzDiv, das Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" (neu eröffnet), die Mestrenger Mühle im Kallbachtal, der Ehrenfriedhof Vossenack (2.311 deutsche Soldaten und Grabstelle Nr. 1074 von Generalfeldmarschall Walter Model), das Ehrenmal der 116. Panzerdivision (Windhund Division), der Ort Simonskall und das Kalltal sowie die Höckerlinie des Westwalls bei Lammersdorf – Paustenbach - Simmerath.
Im Hürtgenwald hatten die deutschen Verteidiger Ende 1944 so etwas wie eine grüne Festung ausgebaut, sich an den neuralgischen Punkten eingegraben und MG-Nester und Pak-Stände angelegt, die nicht eher von den angreifenden amerikanischen Truppen zu sehen waren, bis sie das Feuer eröffneten. Dieser Sperrriegel war nicht einfach zu durchbrechen und verwehrte den US-Truppen 1944 den Weg zum Rhein, den sie zwischen Köln und Bonn erreichen wollten.
Dieser Kampf wurde von beiden Seiten erbittert geführt, weil es galt, den Vormarsch der Alliierten in das damalige Reichsgebiet zu erzwingen bzw. zu verhindern. Der folgende Befehl charakterisiert die Situation: „Der Kampf im Westen hat auf deutschen Heimatboden übergegriffen. Die Kampfführung ist deshalb auf das äusserste zu fanatisieren. Jede Stadt, jedes Dorf und jeder Bunker ist als Festung bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen.“
Die heute übliche Bezeichnung dieses Geländes nach dem Forstamt “Hürtgenwald” wurde von den dort eingesetzten Amerikanern geformt. Er bot am Ende des Zweiten Weltkrieges ein Bild des Schreckens: Völlig zerschossene und verlassene Dörfer, verwüstete Felder und Wiesen und vor allem verbrannte Wälder, deren verkohlte Baumstümpfe noch lange nach Kriegsende in den Himmel ragten.
Als geschichtliche Grundlage für die Schlacht im Hürtgenwald sei an dieser Stelle Wolfgang Trees “Hölle im Hürtgenwald - Die Kämpfe vom Hohen Venn bis zur Rur September 1944 bis Februar 1945” empfohlen, erschienen im Triangel Verlag. Das Buch enthält auch eine Anzahl von Erlebnisberichten zu den einzelnen Phasen dieser Schlacht, die für den historisch Interessierten eine wahre Fundgrube ist.
Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Militärhistorischer Arbeitskreis, RK Ratingen

